Aktuelles (Single-Ansicht)

Intensivpflegerisches Projekt auf den Intensivstationen des BG Klinikum Hamburg erzielt erste Ergebnisse

Interdisziplinäres Delir/Analgesie/Sedierungs-Management (DAS)

Die Advanced Practice Nurse (APN) S. Pelz der Traumatologischen Intensivstation repräsentierte auf dem Evidence Based Medicine (EBM) Kongress in Hamburg und dem 5. Interprofessionellen Gesundheitskongress in Dresden das BG Klinikum Hamburg. Im Rahmen von Posterpräsentationen berichtete sie über die Implementierung von Schmerz-, Delir- und Sedierungsmanagement auf den Intensivstationen des Klinikums. Schwerpunkte der Darstellung waren das methodische Vorgehen zur pflegewissenschaftlichen Evaluation von Schulungsbedarfen sowie erste Ergebnisse des Projektes.

Bereits seit Mai 2016 findet im BG Klinikum Hamburg mit diesem Thema eine vertiefte Auseinandersetzung statt.

Muskelschwäche, kognitive Schäden und psychische Erkrankungen können schwerwiegende Folgen einer Intensivmedizinischen Therapie sein, deren Ausmaß in der Akutphase noch nicht vorhersehbar ist. Ein prozessorientiertes, strukturelles Delir-, Analgesie- und Sedierungsregime unter Einbezug von nichtmedikamentösen Präventions- und Therapiemaßnahmen nimmt positiven Einfluss auf die körperliche und geistige Unversehrtheit sowie die Reduktion der Mortalität und Morbidität von Intensivpatienten. Die komplexen Versorgungsbedarfe im Schmerz-, Delir- und Sedierungsmanagement der Intensivpatienten werden durch unterschiedliche Verknüpfungen und Methoden des interdisziplinären Vorgehens der Implementierung gesteigert und führen zu einem Paradigmenwechsel in der Intensivpflege und - therapie. Anhand von validiertem Monitoringverfahren kann das Bewusstsein, die Aufmerksamkeit oder das Schmerzerleben erfasst und gesteuert werden, sodass z.B. eine Übersedierung anhand der Richmond-Agitation- Sedation - Scale (RASS) oder monitorgestützten Verfahren frühzeitig erkenn- und steuerbar ist. Der Intensivpatient soll möglichst frühzeitig von einem höheren Grad an Wachheit, Aufmerksamkeit und Partizipation profitieren.

Im Rahmen des Projektes konnte die Bedeutung sowohl einer systematischen Überwachung der individuellen Schmerzsituation des Patienten durch Scoringsysteme, NRS (Numerische Rating Skala) und ZOPA (Zurich Observation Pain Assessment), als auch der Wirksamkeit der Schmerztherapie untermauert werden. Auch die Bedeutung des Delirmanagement und eines konkretisierten Sedierungsregimes in der Intensivpflege und - medizin wurde sichtbar. Die Implementierung des CAM- ICU (Delirscore) geknüpft an pflegerische Handlungsfelder für Intensivpflegende ist Bestandteil des Projektes. Eine breite Wissensbasis der Intensivpflegenden, definierte Vorgehensweisen und Verantwortlichkeiten im Schmerz-, Delir- und Sedierungsmanagement sind von enormer Wichtigkeit. Eine zielgruppengerechte Auswahl von Assessmentsystemen, Dokumentationsmöglichkeiten und wissenschaftlich gestützter Transfer in die Praxis ist Voraussetzung für die Implementierung der geforderten Standards und deren Integration in die klinische Praxis.

Als nächste Schritte sind eine Intensivierung des Delir- und Sedierungsmanagments sowie die pflegewissenschaftliche Auswertung der Interventionen geplant. Frau Pelz wird in diesem Jahr noch weitere nationale und internationale Vorträge zur Implementierung von DAS Management und APN, unter anderem auch auf dem 4. Internationalen APN & ANP Kongress in Freiburg, halten.

  Leitung

Ulf Mehrens

Unternehmenskommunikation, Marketing und Sport

  040 7306-1381   040 7306-1390 u.mehrens@bgk-hamburg.de