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Behandlung von Friedensdorf-Kindern aus Krisengebieten im BG Klinikum Hamburg - eine Herzensangelegenheit

Am 04.04.2019 fand das 22. Dinner Wheel in Hamburg statt. Aus acht Hamburger Inner Wheel Clubs (eine der größten internationalen Frauenvereinigungen mit über 103.000 Mitgliedern in 103 Ländern) fanden sich 64 Freundinnen zusammen und verbrachten einen Abend mit angeregten Gesprächen. Als Referentin vor Ort war Dr. Rita Schoop, Oberärztin in der Abteilung für Septische Unfallchirurgie und Orthopädie im BG Klinikum Hamburg, geladen, um  über die Behandlung von Friedensdorf-Kindern im BG Klinikum Hamburg zu berichten.

Im BG Klinikum in Hamburg-Boberg werden seit ca. 30 Jahren Friedensdorf Kinder behandelt. Bei Friedensdorf International handelt es sich um eine Organisation, die 1967 anlässlich des Sechstagekrieges zwischen Israel und den arabischen Staaten Ägypten, Jordanien und Syrien gegründet wurde, damit im Krieg verletzte Kinder behandelt werden können (die ersten Kinder kamen jedoch aus Vietnam). Der gemeinnützige Verein Friedensdorf International, der sich nur durch Spenden finanziert, organisiert von seiner Zentrale in Dinslaken /NRW aus die (Weiter-) Behandlung der Kinder auf verschiedenen Stationen in bundesweiten kooperierenden Krankenhäusern. Aktuell werden Kinder aus neun Nationen vermittelt, größtenteils aus Kriegsgebieten, aber auch aus Ländern mit einer sehr schlechten medizinischen Versorgung (z.B. Angola).

Dr. Schoop schilderte den interessierten Zuhörerinnen des Inner Wheel Clubs eindrücklich den Weg, den viele Kinder hinter sich haben, wenn sie das BG Klinikum in Hamburg erreichen. So kommen viele der Kinder nach einer anstrengenden Reise (nicht immer komfortabel im Auto oder Bus, sondern vielmehr zu Fuß, mit Esel etc.) erschöpft und alleine in einem fremden Land an, in dem sie nicht einmal die Sprache verstehen. Hier bleiben sie dann meist mehrere Jahre und lernen sehr schnell Deutsch.

In ihrem Vortrag stellte Frau Dr. Schoop viele Einzelschicksale dar, u.a. das von Antonio (11) aus Angola, Hazefah (5) aus Afghanistan und aktuell die Behandlung von Fernando (9) aus Angola, der von anderen Ärzten schon aufgegeben wurde. Sie schilderte eindringlich, dass im BG Klinikum die Behandlung der Kinder einen großen Stellenwert bei den Mitarbeitern im pflegerischen, geistlichen und ärztlichen Dienst hat und über die Dienstzeit hinaus seit vielen Jahren eine „Herzensangelegenheit“ ist, verdeutlichte aber auch, dass es neben Idealismus und Know-How auch Geld braucht, um zu helfen, da die Behandlung der Kinder oft sehr langwierig und dadurch sehr kostenintensiv ist.

Neben der finanziellen Unterstützung durch die Geschäftsführung des BGKH haben die Mitarbeiter des BGKH in der Vergangenheit schon verschiedene Spendengelder generiert. So spendete z.B. der Chor „Medical Voices“ Konzerteinnahmen für die Behandlung der Kinder, ein bis zwei Mal im Jahr findet ein Basar statt, bei dem Waffeln gebacken, Lose verkauft und Selbstgestricktes, -gebasteltes und -genähtes veräußert wird, damit mehr Kinder behandelt werden können. Die Kinder geben den Mitarbeitern dabei etwas ganz Wichtiges zurück: Die Freude am Beruf und den Stolz, mit dem eigenen Wissen in schwierigen Situationen helfen zu können.

  Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Christiane Keppeler

Leitung Unternehmenskommunikation und Marketing

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